Fluss - Familie

Seebäder mit

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Vorsichtig gehe ich über den nassen Holzsteg zum Bad. Es ist früh am Morgen und der Tau liegt feucht auf dem Holz. Die Tür zum Bad ist halb geöffnet. Ich horche auf, kann aber niemanden hören. Dann plötzlich kommt ein scharfer Wasserstrahl um die Ecke zum Eingang. Eine Bademeisterin folgt ihm. Sie ist ganz in die Reinigung des Bades vertieft, als ich mich bemerkbar mache und sie innehält und aufschaut. Für einen Moment verstummt der Wasserstrahl und ich frage, ob ich schon hinein darf. Unschlüssig schaut sie sich um – ist die Öffnung doch eigentlich erst in einer halben Stunde vorgesehen. Dennoch nickt sie müde und sagt, dass sie noch nicht mit dem Reinigen fertig ist. Kurz darauf setzt der harte Klang des strömenden Wassers wieder ein und sie wendet sich von mir ab. Eilig bemüht sie sich die letzten Reste des gestrigen Bar-Abends zu beseitigen. Die Anwesenheit junger Gäste, die den Abend mit einem Getränk in der Hand und den Lichtern der Stadt über dem See geniessen, ist immer noch spürbar. Wenn ich die Augen schliesse, höre ich den schwungvollen Takt der Musik und ein leichter Duft verschiedener Parfums steigt mir in die Nase. Im grauen Morgenlicht wirkt die Stimmung jedoch eher kühl und unwirklich. Vorsichtig kriecht die Sonne über den Zürichberg und ganz langsam ist ein weiterer warmer Tag zu erahnen. Eine Ente sitzt auf der Treppe zum Schwimmbecken und reinigt ihre Federn. Ich gehe in einem weiten Bogen um sie herum zum Seezugang. Nach kurzer Überwindung tauche ich ein in das kalte, klare Süsswasser. Nach dem Schwimmen wärme ich mich noch einen Moment in der aufgehenden Sonne. Die Bademeisterin sitzt jetzt an der Kasse und begrüsst die ersten Gäste. Ich verabschiede mich und entschwinde in den verheissungsvollen Sommertag.

 

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