Fluss - Familie

Idyllische

Seebäder:

 

 Wollishofen 
100%

 

 Katzensee 
90%

 

 Utoquai 
80%

 

 Tiefenbrunnen 
60%

 

 Mythenquai 
40%

Bedeckt vom Schatten der Bäume erblicke ich das kleine Bad mit den blauen Fensterrahmen. Blau sind auch der Himmel, die Sonnenschirme und die Geländer hinter dem Gebäude. Das Bad wurde in den 1930er-Jahren gebaut und vieles erinnert an diese Zeit. Eine Mischung aus Rohbeton und Holz prägt das Bad. Ich fühle mich in eine ferne Zeit zurückversetzt und erwarte Frauen in gepunkteten Badeanzügen.
            Das kräftige Grün des Rasens ist jedoch, bis auf zwei weitere Gäste, völlig leer. Inmitten dieser wunderbaren Abgeschiedenheit sitzt ein Bademeister auf einem einfachen Gartenstuhl und schaut über das Wasser zu den Bergen. Am Steg befestigt liegt eine riesige gelbe Schwimmraupe und wartet auf ihren Einsatz. Es ist Spätsommer, fast schon Herbst und bis auf das Plätschern des Wassers an ihrem Bauch wird die Raupe in diesem Jahr wohl kaum noch Spannenderes erleben. Weiter hinten auf dem Steg sitzen dicht gedrängt einige Enten und geniessen die Abendsonne. Ich möchte sie nicht stören und nehme einen anderen Weg ins Wasser. Es ist kalt. Der See hat sich in den letzten Tagen deutlich abgekühlt. Nach einem kurzen Abtauchen entscheide auch ich mich, mich noch ein wenig auf dem Steg von der Abendsonne wärmen zu lassen.
            Vor dem Restaurant werden hastig Stehtische aufgebaut und mit weissen Tischdecken und einer Vielzahl Blumen dekoriert. Kurz darauf erscheinen die ersten Gäste in fliessenden Abendkleidern und hellen Anzügen. Ein schönes Bild. Es wirkt, als würde diese Gesellschaft dem altehrwürdigen Bad den verdienten Glanz verleihen. Der Bademeister macht ein Zeichen für den Badeschluss und ich beschliesse, bald wiederzukommen. Dann aber im gepunkteten Badeanzug - oder jedenfalls geblümt.

 

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