Fluss - Familie

Senioren in

Hallenbädern
hier entlang:

 

 Wärmebad 
 Käferberg 

100%

 

 Bläsi 
80%

 

 Bugertwies 
60%

 

 Altstetten 
40%

 

 Leimbach 
30%

Wärme durchströmt meinen Körper. Ich tauche ein in das weiche Wasser und fühle mich geborgen. Hier oben wirkt die eben noch laute, hektische Stadt so weit entfernt. Entspannung macht sich breit. Das Bad ist um diese Zeit angenehm leer. Auf dem Rücken schwimmend betrachte ich die Decke über mir – sie ist durch eine unspektakuläre, aber angenehm zurückhaltende Holzverkleidung geprägt. Spektakulär hingegen ist die Aussicht mit all dem Grün vor den Fenstern. Dahinter Weite und urbanes Leben. So schön. In ein Handtuch gewickelt lege ich mich auf eine der sonnengelben Liegen und geniesse von hier aus den Ausblick. Der Bademeister kommt vorbei und erklärt mir entschuldigend, dass es schon bald neue Fenster geben wird. Die Jetzigen sind vom Kalk ganz matt und man kann nicht mehr so gut durch sie hindurch sehen. Mir gefällt das diffuse Sonnenlicht, welches durch die kalkbeschlagenen Fenster verstärkt wird. Verständnislos überlässt er mich wieder meinen Gedanken. Die Luft des Bades ist, wie das Wasser, voll tropischer Wärme, die mich umgibt und einlullt in die Traumwelt eines karibischen Strandes. Nur die gefliesten Wände mit den blauen Mosaiken aus den 1970er-Jahren holen mich zurück in die Realität. Schwermütig stehe ich auf und verlasse diesen Ort, der so gar nichts zu tun haben will mit modernen Wellnessoasen und vielmehr durch seinen „aus der Welt lösenden Zauber“ jener Orte als Vorbild dienen sollte. Auf dem Weg nach draussen begegnet mir eine Gruppe fröhlich schnatternder Senioren, die, so hat es mir jedenfalls der Bademeister vorher erzählt, mit ihm und dem Bad gealtert sind. Argwöhnisch betrachten sie mich. Vielleicht befürchten sie, dass mit den neuen Fenstern eine neue Generation in ihrem Bad Einzug halten wird.

 

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